Geschichte

Die Magdeburger Stadthalle feiert im Jahr 2017 ihr 90-jähriges Bestehen.

Das anlässlich der Deutschen Theaterausstellung im Jahr 1927 errichtete Gebäude im Stil des „Neuen Bauens“ kann seitdem auf eine bewegte Geschichte zurückblicken.

Am 5. Januar 1927 wurde unter dem damaligen Oberbürgermeister Hermann Beims der Grundstein der Magdeburger Stadthalle gelegt, für die der Magdeburger Stadtbaurat Johannes Göderitz den Bauplan entworfen hatte. Ein „würdevoller Monumentalbau“, mit dem Magdeburg als wichtigste Ausstellungs- und Kongressstadt Mitteldeutschlands etabliert werden sollte und der gleichzeitig Möglichkeiten körperlicher Ertüchtigung sowie volksbildungsmäßiger Erlebnismöglichkeiten bot, war die Vorgabe der Stadt als kommunaler Auftraggeber.
Gegenüber dem Dom, am Strom gelegen, eingebettet zwischen Messehallen, Aussichtsturm und Pferdetor entstand in kürzester Bauzeit die seinerzeit fortschrittlichste Stadthalle Deutschlands (22 Meter hoch, 100 Meter lang und 50 Meter breit) mit einer der modernsten Orgeln Europas.
Im Zuge der Deutschen Theaterausstellung wurde die Stadthalle am 28. Mai 1927 erstmals anlässlich eines Presseballs genutzt, die offizielle Übergabe erfolgte einen Tag später. Die Deutsche Theaterausstellung war die Bewährungsprobe für die Stadthalle, welche sie mit Bravour bestand und nationale und internationale Beachtung fand. In der Folgezeit gewann die Stadthalle zunehmend an Bedeutung für die Magdeburger Bürger und die des Umlandes, da sie Raum für Veranstaltungen verschiedenster Art gewährte. Weltberühmte Dirigenten wie Wilhelm Furtwängler oder Otto Klemperer gastierten hier und waren begeistert über die Akustik der Stadthalle.

Während des Zweiten Weltkrieges veränderte sich diese Situation grundlegend. Am 1. September 1944 funktionierte man die Stadthalle zum Lazarett um. Durch den großen Luftangriff am 16. Januar 1945 und amerikanisches Artilleriefeuer während der Befreiung in Mitleidenschaft gezogen, blieb von der Magdeburger Stadthalle nur ein Bild der Zerstörung.

Im Jahr 1959 entschied sich die Stadtleitung der SED für einen Wiederaufbau. Am 15. April 1966, also mehr als zehn Jahre später, konnte die Stadthalle dann erneut der Öffentlichkeit übergeben werden. Möglich geworden durch den Willen der Magdeburger Bürgerschaft: fast eine Million Mark an Spenden und Arbeitsleistungen setzten die Bezirksparteiführung der SED unter Handlungsdruck. Zwar brachte der Wiederaufbau erhebliche Veränderungen am Baukörper mit sich, die dem ehemals nach oben strebenden Impetus des Gebäudes den Schwung nahmen. Trotzdem ist die eigentliche Leistung des Wiederaufbaus die Erhaltung des sonst dem Verfall preisgegebenen Bauwerks, seine Bewahrung für die Zukunft.

Seitdem ist die Magdeburger Stadthalle die „Kultstätte“ für Veranstaltungen aller Art.