Geschichte

Die ehemalige Pfarr- und Ratskirche Sankt Johannis ist das historische Kleinod unter den Veranstaltungsorten Magdeburgs. Ihre Geschichte reicht mit Erwähnung von Vorgängerkirchen von 941, 946, 1015 über 1 075 Jahre zurück. Mit der Wende vom 10. zum 11. Jahrhundert geht sie als erste „eccelsia mercatorum“ so erwähnte Kaufmannskirche heimischer Kaufleute in Deutschland in die Geschichte deutscher Kirchen ein.

1170 wird die dem Evangelisten Johannes geweihte Marktkirche dem Patronat des Klosters Unser Lieben Frauen unterstellt. 1188 fällt sie dem großen Stadtbrand zum Opfer. Mit dem Aufbau der beiden Westtürme 1207 bis 1238 entsteht zum ersten Mal die später für Magdeburgs Pfarrkirchen typische Doppelturmfront. Um 1300 erfolgt der Umbau zur dreischiffigen gotischen Hallenkirche. 1451 brennt die Kirche infolge eines Blitzschlages in die Turmfront nieder. Beim Wiederaufbau entstehen die gotische Westvorhalle mit dem hohen Kreuzrippengewölbe, die Sakristei in der Nordostecke der Kirche und ein Treppenturm.

1524 hält Martin Luther hier seine Predigt „Über die wahre und falsche Gerechtigkeit“, in deren Folge sich der Rat und die Stadt zum Protestantismus bekennen.

Mit der Zerstörung der Stadt im Dreißigjährigen Krieg (1631) fällt auch die Johanniskirche in Schutt und Asche. Der Nachfolgebau kann erst am 1. Advent 1670 wieder eingeweiht werden. 1672 werden die "welschen Hauben" auf die Türme gebracht. Zur Ausstattung der Kirche gehörten die Barockkanzel des Magdeburger Bildhauers Tobias Wilhelmi von 1669 und die große Orgel des Hamburger Orgelbaumeisters Arp Schnitger von 1695. Sie war eine der berühmtesten und meist beschriebenesten Orgeln Deutschlands. 

Während der Bombardierungen Magdeburgs vom 28. September 1944 und 16. Januar 1945 wird die Johanniskirche ein weiteres Mal in ihrer Geschichte Ruine. Am 2. Oktober 1999 wird die Kirche als Fest- und Veranstaltungshalle wieder hergestellt. Das Kirchendach ist in seinen alten Dimensionen wieder aufgebracht.

In der Johanniskirche wurden Otto von Guericke, seine erste Frau, sein Sohn und dessen erste Frau in der Gruft an der Nordseite beigesetzt. Otto von Guericke (1602-1686) gilt als der Vater der deutschen Experimentalphysik, wies die Existenz des Vakuums nach und erfand u. a. die Luftpumpe. Er war Bürgermeister von Magdeburg und vertrat die Stadt bei den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden. Erhalten sind die beiden von Guericke gestifteten und von dem Bildhauer Tobias Wilhelmi 1674 gefertigten Wappen der Familie von Guericke und der Alten Stadt Magdeburg. 1890 wird die Gruft geräumt, um einen Heizungskeller einbauen zu können. Es gibt leider keinen Hinweis auf den Verbleib der Särge.

Eine weitere Besonderheit: Die Türmerwohnung von Sankt Johannis ist noch bis 1874 bewohnt gewesen. Das Martin-Luther-Denkmal vor der Kirche ist eine Arbeit des Bildhauers Emil Hundrieser (1886). Die Bronzetür mit den beiden dazugehörigen solitären Plastiken „Krieg“ und „Frieden“ stammen von dem Magdeburger Bildhauer Heinrich Apel und wollen an die Zerstörungen Magdeburgs 1631 und 1945 erinnern. Tür und Plastiken wurden am 10. Mai 1983 der Öffentlichkeit übergeben. Die „Trauernde Magdeburg“, ein Bildwerk des Wormser Luther-Denkmals, konnte als einziges unbeschädigtes Stück aus der zertrümmerten Kirche geborgen werden.

Chronologischer Abriss - bis zum Zweiten Weltkrieg

941
findet am heutigen Standort der Johanniskirche eine ecclesia plebeia (Volkskirche) Erwähnung.

1015
wird erstmals in Deutschland mit der Bezeichnung ecclesia mercatorum eine Kaufmannskirche benannt.

1131

erfolgt der Neubau der Kirche als dreischiffige romanische Basilika.

1170
wird die Kirche dem Patronat des Klosters Unser Lieben Frauen unterstellt und mit ihrem heutigen Namen "Johannis evangelistae" benannt.

1188
erfolgt nach dem Stadtbrand der Wiederaufbau der Johanniskirche als kreuzförmige dreischiffige Basilika.

Am Karfreitag 1207
brennt die Kirche beim großen Stadtbrand erneut nieder.

1208 bis 1238
Wiederaufbau; dabei entsteht die Doppelturmfassade, ein prachtvolles spätromanisches Portal an der Westfront und eine Türmerwohnung.

1293

werden wiederrum wegen eines Großbrandes Bauarbeiten notwendig.

Um 1300
erfolgt der Umbau zur dreischiffigen gotischen Hallenkirche.

Mitte des 14. Jahrhunderts
wird in der Nordostecke der Kirche eine oktogonale Sakristei errichtet.

Am 22. Juli 1451
schlägt ein Blitz in den Nordturm ein. Turm, Dach sowie ein Drittel des Langhauses fallen dem Feuer zum Opfer.

Im 15. Jahrhundert
erfolgt der Umbau der Basilika im spätgotischen Schema zur dreischiffigen querschifflose Hallen von 6 Jochen mit einem 5/8 Polygon als Abschluss. Das Dach erhält eine Kupferabdeckung.

Nach 1425
entsteht die spätgotische Westvorhalle  mit hohem Kreuzrippengewölbe. Die Kirche ist mittlerweile die Hauptpfarr- und Ratskirche der Stadt.

1523
verlor das Kloster Unser Lieben Frauen sein Patronat an der Kirche. Diese Rechte gingen an den Rat der Stadt über.

Am 26. Juni 1524
predigt Martin Luther "Über die wahre und falsche Gerechtigkeit" in der Johanniskirche. Die Stadt tritt zum Protestantismus über.

1553
ist die spätgotische Westvorhalle in ihrer reichen äußeren Gliederung und mit figürlichen Schmuck fertig.

Am 10. Mai 1631
erstürmen die Truppen der katholischen Liga unter Feldmarschall Tzerklas von Tilly Magdeburg. Mit der Stadt fällt auch die Johanniskirche in Schutt und Asche. Von ca. 30.000 Einwohnern werden über 20.000 getötet. Etwa 500 Magdeburger bleiben in der Stadt.

1641
beginnt die Enttrümmerung und ein langwährender Wiederaufbau.

1669
erhält die Kirche die Barrockkanzel des Magdeburger Bildhauers Tobias Wilhelmi
(der Kanzelträger steht heute im Chorraum der Johanniskirche).

Am 1. Advent 1670
findet die Einweihung des Nachfolgebaus statt. 

1672
werden die ehemaligen gotischen Turmhelme durch "welsche Hauben" ersetzt.

1674
entstehen die beiden bis heute erhaltenen Wappen der Familie Guericke und der Alten Stadt Magdeburg, gefertigt von Tobias Wilhelmi.

Am 2. Juli 1686
wird Otto von Guericke in der Alemann-Guerickeschen Erbgruft beigesetzt.

1695
erfolgt die Einweihung der barocken Orgel des Hamburger Orgelbaumeisters Arp Schnitger.

1806 bis 1807
besetzen die napoleonischen Truppen Preußens stärkste Festung Magdeburg. Die Kirche wird ein Pferdestall.

1807
bleibt Magdeburg die einzige unbefreite Stadt in Deutschland. Die Friedensfeier findet in der Johanniskirche statt.

1814 
ziehen nach Abdankung Napoleons die Preußen in die Stadt und begehen den Befreiungsgottesdienst in der Johanniskirche.

1832 bis 1851
ist die Ratskirche gleichzeitig die Telegraphenstation 14 auf der Königlich Preußischen Optischen Telegraphenlinie Berlin-Coeln-Coblenz. 
Die 62 Stationen, die alle erhöht lagen, besaßen einen 6,30 Meter langen Mast, an dem drei bewegliche Flügelpaare saßen. Mit einem dekadischen Zahlensystem wurden verschlüsselte Botschaften verschickt, die bei guter Sicht nur ca. 90 Minuten pro Strecke brauchten. 
Die Station auf dem Satteldach der Kirche blieb bis zur Einführung der elektrischen Telegrafie 1849 im Einsatz und zeigte den Magdeburgern auch die Uhrzeit. Bis 1851 wurde die Station wieder zurückgebaut.
Modern übersetzt: "des Kaisers Handy" oder auch "SMS aus Berlin"

1863
beginnen die umfangreichsten Restaurierungsarbeiten seit dem Wiederaufbau (u.a. Empore, Gestühl, Fußboden, moderne Gasbeleuchtung). 

1872 
werden die welschen Hauben auf die Türme gebracht.

1874
entbindet man mit Einführung des elektrischen Feuermelders den Türmer seiner Pflicht als Feuermelder.

1886
wird das Martin-Luther-Denkmal in Erinnerung an die Predigt Luthers in der Johaniskirche vom 26. Juni 1524 vor dem Hauptportal aufgestellt. Es ist eine Arbeit des Berliners Bildhauers Emil Hundrieser.

1890 
wird die Alemann-Guerickeschen Erbgruft geräumt, um einen Heizungskeller einbauen zu können. Es gibt leider keinen Hinweis auf den Verbleib der Särge.

1892
folgt die nächste tiefgreifende Renovierung (u.a. Bleiverglasung der Fenster, Einbau einer Heizung, Kirchenraum).

1906
schenkt der Magdeburger Industrielle Eugen Polte die im Entwurf von Ernst Rietschel stammende Begleitfigur des Wormser Lutherdenkmals "Trauernde Magdeburg" als Zweitguß der Stadt für den "Magdeburger saal" im Kaiser-Friedrich-Museum. (Quelle Volksstimme 10.02.2011)
 
Am 26. Juni 1924
kommt die "Trauernde" als Leihgabe des Museums in die Westvorhalle anläßlich der 400-Jahr-Feier von Luthers Predigt im Jahr 1524. (Quelle Volksstimme 10.02.2011)

Am 27. November 1928

hielt Prof. Dr. Albert Schweitzer (1875 - 1965) nachmittags in der Johanniskirche vor erwachsenen Schülern einen Vortrag über die Schule auf der Missionarsstation Lambaréné.
Abends gab er ein Bachkonzert und spielte selbst auf der Orgel. Die Johanniskirche war bis auf den letzten Platz besetzt.
Einen Tag zuvor fand ein Vortrag mit ihm in der Stadthalle Magdeburg ein. (Quelle Magdeburger Volksstimme, 19.05.2011)

Am 28. September 1944 und am 16. Januar 1945

wird die Kirche bei den großen alliierten Luftangriffen gänzlich zerstört.
Die Bronzeskulptur "Trauernde Magdeburg" hatte in dem bis auf die Türme und die Grundmauern des Kirchenschiffs zerstörten Kirchenbau gestanden und blieb - wie ein Wunder - als einziges Kunstwerk unversehrt, so, als müsse sie weiter mahnen. Nach dem Krieg fristete die Figur, wegen der Aufräumarbeiten zunächst zurück im Museum, auf dem Hof unter freiem Himmel zwischen Kohlebergen und Holzkisten eingepfercht, ein tristes Dasein. Beinahe 45 Jahre - bis die Proteste der Magdeburger zu Beginn der 1980er Jahre dafür sorgen, dass sie 1989 restauriert wird und 1990 an ihren Platz in der Vorhalle der Johanniskirche zurückkehrt: (Quelle Volksstimme 10.02.2011). (siehe auch 1989)

Chronologischer Abriss - nach dem Zweiten Weltkrieg


Nach Ende des Zweiten Weltkrieges ist die Johanniskirche eine Ruine. Neben den Doppeltürmen ragen die Umfassungsmauern und eine Pfeilerreihe gen Himmel. Dies wird im Wesentlichen den Anblick der Kirche bis 1999 darstellen. Sie dient als Mahnenmal zur Erinnerung die Zerstörung der Stadt.

1951 bis 1956
baute die Gemeinde die Westvorhalle als Behelfskirche aus, die wegen Schäden an der Turmfront wieder gesperrt wurde.

1957
erfolgt der Wiederaufbau des Nordturms.

1966
wird vor dem Hauptportal das Rondell mit dem Lutherdenkmal aufgrund der neuen Trassenführung der Jacobstraße demontiert. (Siehe auch 1886 sowie 29. Mai 1995)

1968

übernimmt der Rat der Stadt die Johanniskirche als Eigentum.

1975 bis 1977
werden die Außenwände restauriert und ein Ringanker aus Beton eingezogen.

1979
wird die Monumentalplastik "Gekreuzigter" von Fritz Cremer (1906 - 1993) in der kriegszerstörtern Ruine aufgestellt, um an die Zerstörung Magdeburgs zu erinnern (siehe auch 4.7.2010)

Am 1. Mai 1980
kann der Südturm als Aussichtsturm in Betrieb genommen werden. Gäste erreichen über die 277 Stufen die Aussichtsplattforn auf einer Höhe von 52 m.

Am 10. Mai 1983
werden an der Westvorhalle die Bronzetür mit den beiden dazugehörigen solitären Plastiken "Krieg" und "Frieden" der Öffentlichkeit übergeben.
Das Ensemble stammt von dem Magdeburger Bildhauer Heinrich Apel und will an die Zerstörungen Magdeburgs 1631 und 1945 erinnern. ´

1990
kommt die "Trauernde Magdeburg" wieder zurück in die Johanniskirche.
Erneut steht sie als Symbolgestalt tiefer Trauer über Sinnlosigkeit von Kriegen  in der Westvorhalle. (siehe auch 1906, 1924, 1944/45)

Anfang 1990
regt der amtierende Oberbürgermeister der Stadt Magdeburg, Dr. Willi Polte, den Wiederaufbau der Johanniskirche an.

Am 15. August 1990
übergibt der gebürtige Magdeburger Klaus Reipsch (Bad Soden) die Erstspende in Höhe von 20.000 DM an den Oberbürgermeister, Dr. Willi Polte. 

Am 13. September 1990
stellt die CDU/DA-Fraktion den Antrag an die Stadtverordnetenversammlung, den Wiederaufbau zu beschließen.

Am 13. Dezember 1990
erfolgt die Beschlussfassung der Stadtverordnetenversammlung zum Wiederaufbau der Johanniskirche und zur Gründung eines Kuratoriums mit ausdrücklicher Unterstützung des Oberbürgermeisters Dr. Willi  Polte. 

Am 16. Januar 1991
nimmt das Kuratorium für den Wiederaufbau der Johanniskirche zu Magdeburg seine Arbeit auf. Als erster Vorsitzender wird Diplom- Ing. Klaus Reipsch gewählt. (Gründungsdatum)

Am 5. April 1991
besichtigt der sechste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Richard von Weizsäcker, die Kirche.

Im Mai 1991
wird die erste Gedenkmünze der Stadtsparkasse Magdeburg nach dem Zweiten Weltkrieg mit Abbildung der Johanniskirche (noch ohne Südspitze) editiert.

Am 1. Dezember 1991
übernimmt auf Antrag des Kuratoriums der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Werner Münch, die Schirmherrschaft über den Wiederaufbau der Johanniskirche.

Anfang 1992
wird das Bauwerk durch Ringankeranbringungen gesichert.

Am 24. Juni 1992 
erfolgt die Wiedererrichtung der Wetterfahne des Nordturmes.

Von 1992 bis Anfang 1993
läuft ein Studentenwettbewerb der Fachhochschule Lippe zur Nutzung der Johanniskirche.

1992 und 1993
übergibt der Minister für Wirtschaft und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Horst Rehberger, Bescheide über Fördermittel in Höhe von 80% der konzipierten Gesamtkosten des Wiederaufbaues der Johanniskirche an den Bauherren, die Landeshauptstadt Magdeburg. Der Wiederaufbau kostete 20,2 Mio. DM.

Am 9. Juni 1994
bestätigt die Stadtverordnetenversammlung das erste Nutzerkonzept, das gemeinsam von Stadt und Kuratorium erarbeitet wurde.

Am 3. Dezember 1994
findet das erste Konzert nach dem 2. Weltkrieg in der Johanniskirchenruine mit dem Magdeburger Knabenchor statt.

Am 23. Mai 1995
wird das Martin-Luther-Denkmal - eine Arbeit des Bildhauers Emil Hundrieser von 1886 - wieder vor der Johanniskirche unweit seines alten Standortes, den es bis zur Zerstörung im 2. Weltkrieges einnahm, aufgestellt. (siehe auch 1886 sowie 1966)

1997
erfolgt die Erarbeitung des grundlegenden Nutzungskonzeptes DS 1192-58 II/97 durch die Stadt Magdeburg unter Teilnahme des Kuratoriums.

1997
ermöglichen Spendenmittel die Planung der Vorhaben Südturmerrichtung und Glockengeläutsanierung. 

21. Juni bis 13. Juli 1999
führen die Kammerspiele Magdeburg ihr Sommerspektakel zu Martin Luther in der Ruine der Johanniskirche auf.

1999
werden aus Spendenmitteln Sitzbänke im Außenbereich installiert und die Vorhallenfenster erneuert. 

Am 2. Oktober 1999
findet der Festakt zum erfolgten Wiederaufbau der ehemaligen Kirche statt. Sie wird als Veranstaltungszentrum an die Bürger der Stadt übergeben und seitdem für Ausstellungen, Tagungen und Konzerte genutzt.

Am 27. März 2002 
werden Diplom-Ing. Werner Kaleschky zum Vorsitzenden des Kuratoriums und Diplom-Ing. Klaus Reipsch zum Ehrenmitglied gewählt.

Ab 2002 
betreibt der Hallenverbund Magdeburger Stadthallenbetriebsgesellschaft Rotehorn GmbH die Johanniskirche.

2002
kommt eine Vitrine zur Geschichte der Johannisgemeinde in den Eingangsbereich. 

Am 27. Januar 2004
beginnt die Vervollständigung der Stadtsilhouette durch die Errichtung des Südturmes mit Turmuhr. Gegen 14 Uhr senkt sich die neue Spitze auf den Südturm. Nach 58 Jahren hat die Kirche wieder zwei fast identische Kirchtürme.

Am 12. Mai 2004

wird der südlichen Turmspitze mit Uhr fertig gestellt. Damit ist der 1998 begonnenen 6-jährigen Wiederaufbau des Magdeburger Symbols vollendet.

2004
werden aus mehreren Kirchen ausgesonderte bis zu einer Tonne schweren Glocken neben der Johanniskirche zur Besichtigung ausgestellt.  

2005
firmiert sich der Betreiber, die Magdeburger Stadthallenbetriebsgesellschaft Rotehorn GmbH, durch die Fusioniersung mit der MESSE MAGDEBURG GmbH sowie mit der Natur- und Kulturpark Elbaue GmbH (Elbauenpark) zur Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg GmbH.

Am 15. Januar 2008
wird im Nordturm mit der Sanierung des Glockenstuhles begonnen. Die 3 Tonnen schwere Bußglocke (Ton h) trat für Restaurationsarbeiten die Reise ins schwäbische Nördlingen an. Die zweite, 6,5 Tonnen schwere Festglocke (Ton G) bleibt im Turm. Beide Glocken sind über 350 Jahre alt.

Im September 2008
endet die Restaurierung der kleineren Glocke.

Am 2. September 2008
wird die Glocke mit einem Schwerlastkran in die Glockenstube gehoben.

Am 31. Oktober 2008
hat die Johanniskirche ihre "Stimme" wieder. Erstes offizielles Läuten der beiden Glocken nach über 60 Jahren Schweigen. 
Magdeburger Volksstimme (1.11.08): "... mit dem Klang der Glocken ... wieder eine weitere Wunde des Zweiten Weltkrieges verheilt ist."
Geläutet wird: 16.1., 31.10., 31.12. sowie zu kirchlichen Veranstaltungen und Sonderanlässen.

Ab 31. Oktober 2009

Das Stundenschlagwerk ist eingebaut. Ab dem diesjährigen Reformationstag (11.00 Uhr) läutet die Festglocke täglich von 8.00 bis 21.00 Uhr zu jeder vollen Stunde mit zwei Schlägen.

2009 
entstehen Informationspunkte/Tafeln in den beiden Nischen der Westvorhalle.

2009/2010 
beginnt das Projekt Panoramatafeln auf der Aussichtsplattform des Südturmes.

Am 19. April 2010 
wird eine Informationstafel am Eingangsbereich angebracht, die an die Nutzung des Gotteshauses als optische Telegrafiestation erinnert.
(siehe 1832 bis 1851 Königlich Preußischen Optischen Telegraphenlinie Berlin-Coeln-Coblenz.)

Am 4. Juli 2010
kommt die Monumentalplastik "Gekreuzigter" von Fritz Cremer (1906 - 1993) zur Johanniskirche zurück. Im nordöstlichen Außenbereich fand die 2,60 m und 600 kg schwere Bronzeplastik auf einem 2,5 t schweren Sockel aus Sandstein ihre neue Heimat. (siehe auch 1979)
Zu den bekanntesten Werken des einstigen Vizepräsidenten der Akademie der Künste der DDR zählen auch die in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald aufgestellte Häftlingsgruppe und ein weiterer Guss der Plastik "Aufsteigender" vor dem UNO-Hauptquartier in New York.

Am 9. August 2010
werden unweit des Martin-Luther-Denkmals vor der Johanniskriche der Martin-Luther-Hain (Grünfläche südlich der Kirche) sowie der Martin-Luther-Platz (Platz südlich des Rathauses) durch den Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper eingeweiht.

Im Herbst 2010
erhält die Kirche eine der 800 umstrittenen Luther-Plastikfiguren, die als Installation "Hier stehe ich" vom 12.8. bis 14.9.2010 auf dem Wittenberger Marktplatz standen.  Die Skulptur von dem Künstler Ottmar Hörl ist eine Dauerleihgabe der MMKT.
Auf dem Südturm zeigt sich die Sonnenuhr, die von einem Mitglied der Astronomischen Gesellschaft wiederentdeckt wurde.
Die Orientierungstafeln für den "Panoramablick" auf dem Südturm sind fertig.

Im November 2010
kommen drei mehrere Jahrhunderte alte steinerne Epitaphien aus dem Fundus des städtischen Kulturbüros in die Kirche. Nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Kirchenruine geborgen, aufbewahrt und jetzt restauriert wurden sie von der Sand- und Kalksteinplatten die Firma Schuster.
- Epitaph: Benedikt David Carpzow, Theologe aus Leipzig (1637 - 1682); Südwand
- Epitaph: Name unbekannt, um 1674; Westwand
- Epitaph: Gottlieb Leberecht Immermann, Königlicher Preußischer Kriegs- und Domainenrat (1794 - 1814); Westwand
- eine Kalksteinplatte mit Ritzzeichnung, die aus einem Pfeiler der Kirche stammt, stellt die gekrönte Maria dar
Für diese historischen Fundstücke spendete die Liebscher Baugesellschaft, die anläßlich ihres 125. Firmengeburtstages gesammelten 10.000 €.

Am 18. Januar 2011

feiert das Kuratorium sein 20-jähriges Bestehen.

Am 22. März 2011
bekam die Kirche das im Zweiten Weltkrieg verloren gegangene Sakristei-Schloss samt Schlüssel saniert zurück. Jürgen Frantz, der Enkel des letzten Pfarrers vor der Zerstörung der Kirche, Alfred Frantz (1913 - 1955), überreichte den Schatz an Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper und Werner Kaleschky.  

Am 28./29. September 2011
haben unbekannte Täter zwei der neben der Kirche zur Besichtigung stehenden bis zu einer Tonne schweren Kirchenglocken bereits zum geplanten Abtransport bis an die Straßenkante gehievt, waren dann aber offenbar gestört worden und unverrichteter Dinge geflüchtet. Alle fünf Glocken wurden vorsichtshalber von der Stadt sicher eingelagert. (siehe April 2012)

Am 29. September 2011
nahm der Hausherr des zur städtischen Mehrzweckhalle umgebauten Sakralbaus, Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper, eine Spende von 3500 € entgegen. Überreicht wurde sie vom Vorsitzenden des Kuratoriums für den Wiederaufbau der Johanniskirche, Werner Kaleschky. Die Besonderheit: Die Summe ist sein Geburtstagsgeld zu seinem 70. Geburtstag. Mit der Spendenübergabe verband der Jubilar den Wunsch, das Geld für die künstlerische Gestaltung der Fenster zu verwenden. 

Ende April 2012
kehren die 5 Kirchenglocken zur Kirche mit "Schutzschild" zurück. Für jedes einzelne der historischen Schaustücke wurde ein Betonfundament gegossen sowie eine Diebstahlsicherung gefertigt. (siehe September 2011)
Den Auftrag führte die Paul Schuster GmbH aus.

Am 19. Februar 2013
eröffnete Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper feierlich die Ausstellung „Die Reformation in Magdeburg – Luther und die Johanniskirche“ im Tonnengewölbe unter der Westvorhalle der Johanniskirche. Die Ausstellung ist ein Beitrag des Kuratoriums für den Wiederaufbau der Johanniskirche zu Magdeburg zur Luther-Dekade,
(Luther-Dekade heißt eine zehnjährigen Veranstaltungsreihe, die im Jahr 2008 begann und auf den 500. Jahrestag des Thesenanschlags von Martin Luther im Jahr 2017 hinzielt)

Im März 2013
gibt der langjährige Vorsitzende des Kuratoriums für den Wiederaufbau der Johanniskirche, Werner Kaleschky, sein Amt aus gesundheitlichen Gründen ab. Das Kuratorium überträgt den Vorsitz auf den Beigeordneten für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr, Dr. Dieter Scheidemann und wählt Werner Kaleschky zum Ehrenvorsitzenden.

Im Juni 2013
bewilltigte der Stadtrat die künstlerische Gestaltung der Fenster nach den Vorstellungen des Dresdner Malers Prof. Max Uhlig. Sein Entwurd soll den Magdeburgern in einer öffentlichen Veranstaltung (siehe 19. Dezember 2013) vorgestellt und dessen Verwirklichung mit Spenden- und Fördergeld (1,3 Millionen Euro) realisiert werden.
Quelle: Volksstimme Magdeburg, 13. Juni 2013

Am 19. Dezember 2013
wurde vor Ort die künstlerische Gestaltung der Fenster in Anwesenheit von Max Uhlig präsentiert. Die Sparkassenstiftung verspricht 200.000 Euro, wenn das Kuratorium zum Wiederaufbau der Johanniskirche die Hälfte durch Spenden aufbringt. Im Juni 2014 sollen bereits 2 Fenster fertig sein.

Am 30. September 2014
findet anlässlich des 15. Jahrestages der Wiedereröffnung der Johanniskirche die Einweihung der ersten beiden Fenster aus dem imposantes Kunstwerk aus Glas von dem Dresdner Maler Max Uhlig statt. Das imposante Werk umfasst 13 spätgotische Fenster mit je 12 m Höhe.

24. Juni 2016

Anbringung der Plakette "Luther war hier" am Portal der Johanniskirche anlässlich des 500. Reformationsjubiliäums 2017. Weitere Informationen unter www.luther-erleben.de

Am 15. Juli 2016
verstarb Herr Klaus Reipsch. Als Gründungsmitglied und erster Vorsitzende des Kuratoriums hat er den Wiederaufbau mit Initiative und Sachkenntnis maßgeblich gefördert. (siehe 19. Januar 1991 sowie 27. März 2002)

Am 7. November 2016
Nachfahren der Patrizierfamilie von Alemann finanzieren die Sanierung eines Gendenksteins von 1594, ein Epitaph eines frühen Urahnen der alten Magdeburger Kaufmannsfamilie. Er ist an der Westfront in der Haupthalle zu besichtigen. Weitere Informationen unter www.von-alemann.de
 
Im März 2017
sind 1 Mio Euro Spenden und Fördergelder für das Projekt "Max Uhlig - Fenster für die Johanniskirche in Magdeburg" gesammelt.

Am 23.06.2017
begeht der Künstler Max Uhlig seinen 80. Geburtstag. Anlässlich dieses Ereignisses findet ein Empfang des Oberbürgermeisters Dr. Lutz Trümper in der Johanniskirche statt. Die sechs Fenster der Südseite sind zu diesem Zeitpunkt fertiggestellt.