Der verzauberte Park

Die Kunstwerke der Natur und die Schöpfungen von Künstlern bilden in unserer Welt im Grünen eine einzigartige Symbiose. Wer wachen Blickes durch unsere Parklandschaft flaniert, kann am Wegesrand und in zahlreichen Themengärten das Zusammenspiel von Kunst und Natur bewundern.

So fügen sich riesige geformte Sandsteinelemente im Wäldchen in die alten Wallanlagen – wie Relikte aus längst vergangenen Zeiten. Sie wirken wie ein Labyrinth im Labyrinth. Die Besucher werden zum Erkunden, Hindurchwandeln und Entdecken eingeladen.

An anderer Stelle wachsen riesige Ziegelskulpturen förmlich aus der Erde. Oder Spiegelungen werden zu Verzauberungen in der Parklandschaft. Überdimensionale Notenständer überragen die Angerwiese und lassen Konzertklänge erahnen. Eine Komposition des Zufalls.

Bei der Gestaltung des Elbauenparks haben neben Gärtnern und Landschaftsarchitekten auch verschiedene Künstler mitgewirkt. So entstanden Themengärten, die fantasievoll in einer Komposition von Kunst und Natur vom Werdegang der Stadt Magdeburg und des Geländes erzählen. Dabei wurde die Geschichte des Ortes sowie seine Lage am Fluss mit einbezogen.

Entlang der Wege sind einige Kunstwerke schon von weitem sichtbar. Manche tauchen überraschend auf und verleiten zu neuen Sichtweisen und zum Innehalten – wie die Steinwolken in der Wiesenmulde am Angersee.

Dem Elbauenpark wohnt ein Zauber inne – lassen Sie sich anstecken!

Be-ge-Es Notenständer

Überdimensionale Notenständer überragen in lockerer Anordnung die Angerwiese. Die Größenverschiebung der Notenständer zu ihren realen Vorbildern entrückt den Betrachter in eine gebaute andere Welt der Klänge, die sich im Sonnenlicht als Komposition des Zufalls zu Gehör bringen. Kultur schafft die Verbindung zur Natur.

Künstler: Ingo Güttler und Christian Späte (1999)
Standort: Große Angerwiese

Blickpunkte

20 kreisrunde Glassiegel von 60 cm Durchmesser wurden quer über den gesamten Elbauenpark verortet. Sie spiegeln nicht nur das "Ist" wider. Sie zeichnen auch als Erinnerungspunkte die Verschiebung des Geländereliefs auf und machen sie in ihren Texten dauerhaft ablesbar. So gestatten die 20 Blickpunkte eine Rückschau auf die Veränderungen des Cracauer Angers.

Künstlerin: Dagmar Varady-Prinich (1999)
Standort: Quer über den gesamten Park auf dem Großen und Kleinen Angerwiese verstreut.

"Das was nie sein wird – tatenlos zusehen"

In großen, grellen Neonlettern steht der Schriftzug im krassen Gegensatz zur nostalgischen Szenerie des Elbauenparks. Unmittelbar am Ausgang Steinwiese aufgestellt, ergeben sich auch starke Kontraste zur Wildflora der geschützten Wiese.

Künstler: Ludger Gerdes (1999)
Standort: Ausgang zur Steinwiese im östlichsten Teil des Großen Cracauer Angers

Hirtenlied

Erinnerungen werden wach an arkadisch-bukolische Landschaften. Ein kleines aus Natursteinen aufgeschichtetes Geviert mit schlichtem Tor liegt im Wiesengrund. Wer das Geviert betritt, liest an den drei geschlossenen Wänden "Einpferchen des letzten Schafes".

Künstler: Ian Hamilton Finlay (1999)
Standort: Wiesengrund zwischen Rosenweg und Deponie

Intermezzo - Klanginstallationen

Florale Gebilde Lautsprechergewächse wurden zu Klangwänden in den Walldurchstichen. Wie Flechten sitzen sie auf den Stahlplatten, mit denen die Wälle durchstochen worden. Ihre Klänge hüllen den Durchschreitenden ein.

Künstler: Robin Minard (1999)
Standort: In den Wällen

SMELL ist der Duftbaum

Rosenduft begleitete den Rosenweg, bis plötzlich ein fremder Duft überraschte. Auf einem pastellblau gestrichenen Metallpfosten prangt die Spenderdose am Abschluss des Pfostens in dekorativem Orange. Der ästhetische Hybrid aus Lampenständer, Blütenkelch und Parfümflakon, das "Parfum für Bäume" hat seinen Platz inmitten alter Kastanien.

Künstler: Olaf Nicolai (1999)
Standort: zwischen Rosenweg und Deponie, am Damwildgehege

Steinlabyrinth

Riesige geformte Sandsteinelemente fügen sich mitten in die Wälle wie Relikte aus längst vergangenen Zeiten. In dieser Landschaftsgestaltung wirken sie wie ein Labyrinth im Labyrinth und verleiten die Besucher zum Erkunden, Hindurchwandeln und Entdecken neuer Sichtachsen.

Künstler: Christoph Mancke (1998)
Standort: In den Wällen, Großer Cracauer Anger

Two-Way Mirror Hedge Parallelogramm (Spiegelpavillon)

Spiegelungen wurden zu Verzauberungen in der Parklandschaft. Taxushecken rahmen den Spiegelpavillon in unmittelbarer Nachbarschaft des Staudengartens. Aus Spionglas errichtet, ist er einerseits durchsichtig und wirft andererseits das farbige Bild der Blumen und ihrer Besucher in immer wieder neuen Varianten zurück.

Künstler: Dan Graham (1999)
Standort: Nähe Staudengarten, Großer Anger

Umschichtung Eiche II

Zwölf Eichenstämme wurden zerlegt und in eine fünf Meter hohe, neue Form gebracht, die Stamm und Bauwerk zugleich ist. Im Kontrast zu den schlanken Baum-Silhouetten des Pappeldoms vermittelt die so veränderte Natur neue Sichtweisen.

Künstler: Wolfgang Temme (1999)
Standort: Nähe Pappeldom, westlich auf dem Kleinen Cracauer Anger

Vier Stöme

Die Allegorien der Ströme Elbe, Oder, Rhein und Neiße stammen aus einer Denkmalgruppe von 1870, die im Berliner Tiergarten aufgestellt war.
Die in Beton gegossenen Nachbildungen der Fragmente wurden am Pappelsee neu gruppiert.

Künstlerin: Astrid Weichelt (1999)
Standort: zwischen Seebühne und Pappelwäldchen auf der großen Angerwiese

Wolken

Wolken verbinden Himmel und Erde sie symbolisieren den natürlichen Wasserkreislauf. Steinwolken mit polierter Oberfläche in der Wiesenmulde am Klippensteg antworten auf die vorbeieilenden Wolken am Himmel und spiegeln sie wider.

Künstlerin: Rosa Brunner (1999)
Standort: Klippensteg am Angersee, Kleiner Cracauer Anger

Ziegelschichtung

Drei riesige, archaisch anmutende Ziegelskulpturen wuchsen nahe den Gärten der Erinnerung förmlich aus der Erde.

Künstler: Reiner Seliger (1999)
Standort: Kleiner Anger